und nun: Diskussion bei Momorulez

Link (hat bei mir ja immer diesen Das-musste-ich-mal-sagen-Aspekt – diesmal zum Zeitpunkt des Nörglers letzten längeren Kommentars)

was ist daran so schwer, Momorulez´ “Totschlagargumente” als rhetorische Übertreibungen hinzunehmen – weil da jemand sich persönlich angegriffen fühlt? – es fällt mir schwer, das zu glauben. Es hat den Anschein, als sei dies eine billige Strategie, na und? Eine Strategie, die dann eben das Verhalten hervorbringt, auf welches jene Übertreibungen/Beschreibungen dann ja doch oft zutreffen. Wodurch dann wiederum natürlich dieses Verhalten, um auf die ursprüngliche Aussage schließen zu können, tatsächlich an Beweiskraft Einbuße erleidet. – Und? Momo spricht ja auch andauernd lediglich von Symptomen. – Über die Ursachen kann dann ja trefflich gestritten werden. Stichwort US-Importe – ganz so simpel, wie es zunächst klingt, ist das sicher nicht. Sebstverständlich enthält all das immer manche Körner oder mehr oder weniger große Brocken Wahrheit. –

Beim Che. Er verlinkt einen mäßig interessanten Artikel. Ich war etwas faul, gut, hatte keine Lust, den zu lesen. Gut. Aber dann doch so zu lesen, dass es immerhin plausibel erschien, therapeutische Methoden in dem bewussten Feld zur Anwendung zu bringen – gerade seiner unbestimmten Allgemeinheit wegen, sodass es zugleich auch denkbar hätte sein können, solche Konzepte auch in anderen Feldern anzuwenden. – So jedenfalls mein Eindruck. Therapie? – Hilfe, Flucht! Warum eigentlich? Che schreibt eine mäßig interessante Kritik, am Ende überwiegt die Kritik; es kommen die Storys, als sich hahnebüchene Sachen in linken Kreisen abspielten. Momorulez, in seiner ihm eigenen Art, kritisiert das Bild, das sich, insgesamt – jedenfalls für ihn (I can´t help it, das muss ich so hinnehmen) – aus dieser Darstellung+Kritik+biographischer Notiz ergab. Gibt seine Reaktion, gewissermaßen als Symptom, zum Besten. Ist er aufrichtig? Kann ich das wissen? Wen interessiert das? Kritisierte Che. Dieser Kritik hätten, wohlverstanden, gewiss erkenntnisbefördernde Aspekte abgwonnen werden können. Aber es ist ja so schön, sich die Köpfe einzuschlagen. I don´t get it !!

Momo sagt, dass er provoziert, dass er lieber aufs Ganze geht, als halbe
Sachen zu machen. Alle wissens. Manchmal ist er ein Diskursterrorrist, deswegen lese ich´s ja! Dennoch lässt er sich auf einen Streit ein, von dem alle wussten, auf welche Art und Weise er zustande gekommen war – und dessen Verlauf – und Ende – vorherzusehen war. ach, ich bin müde. Web 2.0 hatte ich als einen Ort zum Lernen kennen gelernt. Jetzt wollte ich endlich mal was von “den linken” lernen. Das solls gewesen sein ? Sorry, wirklich?

Typische Abwehr, billige Strategie oder nicht, also berechtigte ja oder nein: egal, wäre etwa ein Ausspruch wie: “Lass dich doch nicht von diesem … provozieren”, so immer der Rat meiner Mutter, wenn mich böse Buben provozierten. Nun gut, das haben alle schon vielzuoft bereits gehört, wir sind ja nicht im Kindergarten, nicht?, als dass nicht diese Zwischenphase mit Leichtigkeit übersprungen werden könnte – dafür, sich nicht provoozieren zu lassen, ist man sich ja zu fein – und gleich mit dem intellektualistischen Ehrgeiz des Diskutstheoretikers nocheinmal überbietend zurück und wieder zurückgeschossen würde, kenne ich nur von studentischen Ehrgeizlingen, – all dies, und gerade, was dann folgt, ist dermaßen vorhersehbar!

Alle wissen, wie Momo agiert, alle wissen um seinen schematischen, formelhaften, alle wissen um Hartmuts Stil. Wie im Kindergarten alle so: Nee, DER hat angefangen !! All das ist vorhersehbar – gähn.

Hat hier noch nie jemand Wörter wie Teileingeständnis gehört? Eine rechte … Matrix oder so (der sog. “Soziolekt” liegt mir nicht so, ist aber ein schönes Wort, das musste ich mir unbedingt merken, außerdem hatte ich in meinem Leben nur zwei Ziele: NIE mit Sozialpädagogen zu tun zu haben und NIE so zu sprechen wie Soziologiestudenten), das besagt doch erstmal gar nichts, ich weiß gar nicht, was der Nörgler sich so aufregt. Aber nein, “wenn jemand sagt … , dann ist jede Diskussion (da gähne ich bereits …) unmöglich geworden” Jetzt schlafe ich. – Dann wird´s doch erst interessant. Selbstverständlich haben wir alle da sonne “rechten Matrixsachen” – nun gut, wenn nicht, ich kanns mir nicht vorstellen, dann ist das eben irgendwie kleinbürgerlich (kann ich mir für mich nur zu gut vorstellen), wie auch immer, ich jedenfalls spreche mit Rechten – man muss den Feind kennen – da kommt dieser skinmäßg aussehender Typ am schönen lauen Sommerabend an der Busstation an, fragt mich etwas – ich mit diesem mit Stolz getragenen Trench-Coat-artigen Parker (als Reminiszenz an die russische Intelligenzija, wie ich sie Mitte 80er auf dem Buchschwarzmarkt in Moakau gesehen hatte), spricht mich mit polnischem Akzent an, und ich erwiedere, ober er denn, was ich aus seinem Dresscode schlösse, rechter Gesinnung sei – er: ja, er sei polnischer Faschist, worauf ich erschüttert-entrüstet, so, dass es ihn tatsächlich beschämte, da bin ich mir sicher, erwiederte: wie könne das sein, hä, spinnst du??: EROBERUNGS- UND VERNICHTUNGSFELDZUG.

Wenn ich all das an meinem inneren Auge vorbeiziehen lasse, höre ich das wiehernde Gelächter dieses intelligenten – inzwischen normalisierten – Typen, mit den Naizikontakten damals (noch aus Schulzeiten), den ich – mit meinen mir zusammengereimten Argumenten (s.u.), das schien mir logisch – zum Thema antisemitisches Ressentiment zu überzeugen vermochte.

EDIT: das mit dem “schematischen formelhaften Stil” muss ich etwas zurücknehmen. Momorulez zeigt sich in der weiteren Diskussion doch ziemlich beweglich. Und da er – wenn ich seinen Ausführungen folge – immer mit denselben Sachen konfrontiert ist, ist er dann halt auch immer bereits ganz gut vorbereitet, Redundanzen lassen sich da einfach nicht vermeiden.


7 Kommentare on “und nun: Diskussion bei Momorulez

  1. che2001 sagt:

    Wirklich interessante Perspektive, diese Außenwahrnehmung!

  2. mühsamer Erich sagt:

    Was ich gerade meine, gelernt zu haben: Worte können wie Geister sein, mehr noch, sie können Geister, Dämonen und Engel erwecken. Mehr noch, ganze Nationen lassen sich gründen, einfach so, durch einen einzigen Roman. “Am Anfang war das Wort!”

    Das klingt zunächst so banal.

    Aber Wörter (Beispiel: “heterosexuelle Matrix”) können sich regelrecht im Kopf einnisten, dort ganze Ländereien in Beschlag nehmen und die vorhandene Realität so weit umformen, dass das nicht Vorhandene am Ende Wirklichkeit wird. Worte haben die Macht von Zauber. Schadenszauber, Streitzauber, sie können sogar einen richtigen Golem ins Leben rufen. Oder sie können einen kilometertiefen, unüberwindlichen Graben errichten, zwischen der Wirklichkeit und der bloßen, mit Worten strukturierten Vorstellung davon.

    Paul Watzlawik hat einmal beschrieben, wie es durch eine “ich bin okay – du bist nicht okay”-Kommunikation das Verhältnis zwischen Personen bestimmt und verpfuscht wird.

    “Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, wobei Letzterer den Ersteren bestimmt” (Watzlawik)

    Die aktuelle Diskussion verdeutlicht, meine ich, auch das Gegenteil: Durch angstgeleitete Inhaltsaspekte (z.B. der Vorwurf Homophobie) prägt sich der Beziehungsaspekt – und dann, in Folge, wiederum weitere Inhalte. Wenn man es so deuten mag: Angst kann Beziehungen zerstören, und schlimmer noch, sich selbst (die Angst) zum Inhalt einer Beziehung machen.

    Und was ich noch meine, gelernt zu haben: Bestimmte ideologische Konstruktionen (auch solche, die peinlich dogmatisch behaupten, für “die” Marginalisierten zu sprechen) ziehen einen paradoxalen Kommunikationsstil geradezu zwangsläufig nach sich. Ein Beispiel dafür sind Hardcore-Antideutsche. Man könnte es lustig finden, wenn sich eine Gruppe Hardcore-Antideutscher ein Angriffsziel ausgesucht hat, dann kann dieses noch so unschuldig sein – es wird sich den Vorwürfen der Hardcore-Vorwürfler niemals völlig entziehen können.

    Sogar, wenn es nicht kommuniziert und durch Ignoranz die unsinnigen Vorwürfe kommentiert, dann wird das Angriffsziel damit – aus Sicht der Angreifer/Vorwürfler – die Vorwürfe bestätigen, und sei es damit, dass es mit seinem Verhalten “beweise”, die Probleme von Juden (oder auch: “Marginalisierten”) völlig zu ignorieren.

    Dem Angriffsziel hilft im Falle des Falles auch nicht, dass es fast sein ganzes politisches Leben ebenjenen Marginalisierten gewidmet hat. Wenn das Angriffsziel jedoch antwortet, die Vorwürfe zu widerlegen sucht, dann wird sein Verhalten erneut von den kommunikativen Angreifern/Vorwürflern dahingehend genutzt, um daraus Bestätigungen für die formulierten Vorwürfe zu ziehen.

    Worte können Magie ausüben. Leider auch negative Magie.

  3. ziggev sagt:

    ach bitte, mühsamer Erich, führe nicht die Diskussionen, die andernorts stattfinden, hier fort oder versuche dies. Vom Allgemeinen ins Besondere, während du bloß auf Momorulez eindreschen willst. Hatte ich ja erwartet, dass ich mich mit Kommentaren in dieser Art auseinandersetzen werden müsse. Aber dies ist nicht der Ort für sowas. Ich hatte, nachdem ich zuerst Bersarins Kommentar tagelang verschlafen hatte, und dann den des Che, obwohl bei mir sichtbar, nicht im Blog entdeckte, alles freigeschaltet. Ein Fehler.

    Ich bin nicht der Kerl für politische oder pseudopolitische Diskussionen. Du unterstellst Momorulez, dass er vor lauter “Begriffen” den Wald vor Bäumen nicht mehr sehe. Er hat eben das Gegenteil bewiesen.

    Es ist ja o.k., wenn einer sich erstmal dummstellt, und naiv anfängt zu fragen. Was du aber vorhast, ist mir einfach zu durchschaubar. Was es ist, das es dir verbietet, den Wald nicht mehr zu sehen, weiß ich nicht. Du scheinst nichts aus Momorulez´ Konsequenzen gelernt zu haben. Dies ist ein Blog, für mich, damit ich meine ausufernden Kommentare, die woanders, wo es z.B. um Politisches geht, zuwenig zu suchen haben, hierhin auslagern kann. Um andere, die über sowas diskutieren wollen – und die ich schätze und von denen ich lernen will und mit denen ich es mir nicht verderben will – etwas zu entlasten.

    Das habe ich explizit in meinem “About” gesagt. Da kannst du dich gebärden wie du willst. Dein Verhalten zeugt von einer solchen Respektlosigkeit, Stillosigkeit, von einem solchen Mangel an Anstandgefühl – und das weißt du selber, dass du respektlos, stillos bist und dich unanständig verhältst – , dass ich solches ungezogenes Verhalten unter keinen Umständen in meinem Blog dulden werde. Sag es doch klar: Ziggev, darf ich in deinem Blog ungeschoren davonkommend andere Leute mit Scheiße bewerfen? Antwort: Nein.

    • ziggev sagt:

      aber danke, dass du mich gezwungen hast, mich mit dieser Thematik intensiver auseinanderzusetzen. Denn es ist schon ein wenig unanständig, sich per ausgelagertem Kommentar in eine andere Diskussion einzumischen, um dann dir hier eine Stalker-Ecke einzurichten. Daher gehe ich jetzt ein letztes Mal auf deinen hier letzten unsäglichen Kommentar ein:

      deine Überlegungen scheinen auf den ersten Blick seltsam oberflächlich. Zunächst: Es ist reine Vermutung, dass sich bestimmte Ausdrücke derart tief ins Gedächtnis eingraben, dass sie die Wirklichkeitswahrnehmung verändern. Dies ist ganz sicher pure Vermutung, sofern sie sich auf die bewussten Diskussionen bezieht. Natürlich gibt es Reizwörter. Was du jatzt aber machst, ist in meinen Augen eine Psychologisierung. Da hilft es nicht, von Dämonen, Engeln und Geistern zu sprechen. Ich glaube, dass du relativ intelligent bist, jedenfalls kannst du einen intelligenten Kerl simulieren, wozu man schließlich nicht ganz blöd sein darf. Daher müsstest du erkennen, dass du, während du vorgibst, sachlich, deskirptiv vorzugehen, eben genau die Situation herzustellen suchst, die du vorgibst zu beschreiben. Dass es Stichwörter gibt, die eine Beziehungskonstellation herstellen, ist einfach banal. Du suggerierst aber, dass der Beziehungsaspekt, den bestimmte Ausdrücke, die bei vielen ohne Zweifel angstbesetzt sind, von den Sendern, die sie gebrauchen, hergestellt wird – nachdem du, vollkommen aus der Luft gegriffen, behauptest, dass solche Ausdrücke ein ganzes Weltbild, die Wirklichkeitswahrnehmung bestimmter Menschen prägen könnten (was Schwachsinn ist); nun, dies kann ja ganz allein, wenn schon, bei jenen der Fall sein, die sie verwenden und nicht bei jenen, für die sie angstbesetzt sind. Es geht also ganz eindeutig in Richtung Psychologisierung, sogar Pathologisierung. Die Botschaft lautet, und da kann es überhaupt keinen Zweifel geben: verschone doch die armen, für die bestimmte Ausdrücke angstbesetzt sind, dass du es tust, also sie verwendest, geschieht aus einem kranken, inneren Zwang. Offenbar bist du nicht in der Lage, diese Wörter so zu verwenden, dass sie ihre beschreibende Funktion nicht einbüßen. Begründung, sie lösen beim Empfänger Furcht und Schrecken aus. Oder kurz gesagt: Halt die klappe. Dass also bestimmte Leute gefälligst zu schweigen haben, irre sind, und dass ihnen die Möglichkeit, sich zu artikulieren, geraubt werden soll, das ist es also, was du gelernt hast. Für diese Einsicht bedankst du dich dann auch noch bei den Zurechtgewiesenen.

      Zunächst noch rein suggestiv vorgegangen, ohne jede Evidenz verallgemeinernd eine ganze Gruppe von Leuten diskriminierend, hast du dir jetzt endlich den Weg freigeschossen, denn jene Leute müssen ja schließlich die Fresse halten, nachdem du ihnen das Sprachzentrum herauslobotomiert hast, glaubst du jetzt endlich in Spezielle gehen zu können, benennst die jetzt Sprachlosen und behauptest, sie könnten, wenn, dann lediglich paradox kommunizieren.

      Jetzt ist für dich der Job erledigt. Mithilfe paradoxer Operationen hast du die Situation hergestellt, in der du ungeschoren auf die betreffende Gruppe eindreschen kannst, ja, es wäre eine Unterlassungssünde dies nicht zu tun. Du hast mein ganzes Mitgefühl. Feige und verängstigt traust du dich nicht, alleine zuzuschlagen, das sollen dann andere erledigen, denen du den dafür den Boden bereitet hast.

  4. John Dean ist es sagt:

    Ähm, nur mal zum Verständnis: Auf welche Gruppen schlage ich ein?l

    Dein Vertrauen darin, dass es so etwas wie eine manipulative Wirkung von Begrifflichkeiten (ich nannte es: Wortmagie) nicht gibt, freut mich irgendwie. Ich teile es nicht. Nicht mehr. Aber, du hast sicherlich recht, dass Worte, und auch manipulative Worte, nicht bei jedem wirken, und – sofern sie wirken – die Betreffenden auch nicht in hirntote Zombies verwandeln. Ich schrieb darum ja auch, im Extremfall, könnten diese “Ländereien” in Beschlag nehmen. NIcht also den ganzen Menschen, seinen ganzen Schädel. Ähnlich vielleicht, wie die Regeln und Möglichkeiten des Schachspiels bei einem Berufsschachspieler sich tief, sehr tief in das Gefühlleben (!) und überhaupt in die geistigen Abläufe eines Menschen schreiben.

    Nimm doch einmal die Zeit nach dem Herbst 2001 in den USA. Wenn ich mich recht entsinne galt damals nahezu ausnahmslos als “Terror-Unterstützer”, wer sich öffentlich über die Motivlagen der Teroristen äußerte. Wer die potentiellen Angriffsopfer auch nur erwähnte, bei den Erörterungen von Rachemaßnahmen, galt als “nichtpatriotisch”. Damals war “patriotisch” eines dieser magischen Wörter, welche den Verstand vernebelten.

    Aber gut, du sagst, dass dies die Betreffenden, die unter jenem Wortzauber liegen, pathologisiert. Merkst du was? Hier wird plötzlich das “Pathologisieren” (oder das, was man dazu erklärt!) zum Wortzauber, zum Nebel im Gehirn, der weiteres Denken und Sprechen behindert.

  5. David sagt:

    Ich glaube, dass du relativ intelligent bist, jedenfalls kannst du einen intelligenten Kerl simulieren, wozu man schließlich nicht ganz blöd sein darf.

    Danke für diesen Satz! Ich betrachte ihn als verfrühtes Weihnachtsgeschenk.


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